Der Mythos von der Vergleichbarkeit der Noten

Studien belegen seit den 1980er Jahren, dass Noten wenig über Leistungen der Schülerinnen und Schüler aussagen. Warum ist das so?

Weil wir eine Rahmenlehrplan in der Volksschule haben, der der Lehrperson gewissen Freiheiten in der Auswahl des Unterrichtsstoffes lässt und weil es keine österreichweit ausformulierten Kriterien gibt, was ein Kind am Ende einer Schulstufe können muss.

"Minimalstandards für den Übergang in die Sekundarstufe, die Leistungsanforderungen präzise definieren, sind allerdings weder im Rahmenlehrplan noch in den Bildungsstandards ausgewiesen. Klare Verbindlichkeiten und Konsequenzen können daraus nicht abgeleitet werden, was schon die Zukunftskommission (2005, S. 37) zu Kritik veranlasst hat." (Nationaler Bildungsbericht 2015)

Gerade wir in der Volksschule legen Wert auf den Lernzuwachs des einzelnen Kindes und messen seine Leistungen an seiner persönlichen "Normlatte". Das nennt man in der Fachsprache Individualnorm. Am wenigsten aussagekräftig und auch willkürlich wäre, das Kind daran zu messen, wie seine Klassenkameraden leisten, das wäre dann die Sozialnorm. Die Leistungsbeurteilung, die anhand von Kriterien durchgeführt wird, nennt man dann Sachnorm.

Deshalb haben wir an der Schule ausformulierte Lernziele in allen Gegenständen, die schon zu Schuljahresbeginn den Kindern und Eltern vorliegen und an denen sich unsere Leistungsbeurteilung orientiert.

Wir wollen mit der Leistungsbeurteilung den Lernprozess des Kindes begleiten, es fördern und fordern. Siehe dazu: Leistungsbeurteilung abseits von Ziffernnoten

Zum Nachlesen:

  • Leistungsbeurteilungsverordnung
  • Nationale Bildungsberichte (NBB)
  • Bruneforth, M., Weber, C. & Bacher, J. (2012). Chancengleichheit und garantiertes Bildungsminimum in Österreich. In B. Herzog-Punzenberger (Hrsg.), Nationaler Bildungsbericht Österreich 2012, Band 2: Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen (S. 189–228). Graz: Leykam. Zugriff am 27.10.2015 unter https://www.bifie.at/buch/1915
  • Böheim , G. /Engleitner, J.(2014): Schule der 10-14jährigen in Vorarlberg. Entwicklungen, Bildungshaltungen und Bildungserwartungen.

 

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